Anwesenheit von Bakterien im Urin. Bei Gesunden ist der Urin oberhalb des Blasenschließmuskels keimfrei, spontan ausgeschiedener Urin ist jedoch häufig mit Bakterien verunreinigt, die aus der keimbesiedelten Harnröhre oder von den äußeren Genitalien stammen. Daher spricht man erst von einer signifikanten Bakteriurie, wenn die Bakterienkonzentration ≥ 105/ml beträgt.
Ursache: Eine signifikante Bakteriurie kann z. B. bei einem Harnwegsinfekt oder einer Nierenentzündung auftreten. Etwa 5 % der erwachsenen Frauen haben eine asymptomatische Bakteriurie, d. h. eine Besiedelung der Harnwege mit Bakterien, aber keine Krankheitssymptome.
Befund: Die Keimzahl im Urin kann mit einem Urin-Streifenschnelltest oder genauer durch Laboruntersuchungen (z. B. Urinkultur) bestimmt werden.
Behandlung: Die Grunderkrankung wird therapiert. Eine asymptomatische Bakteriurie erfordert in den meisten Fällen nur eine Steigerung der Urinausscheidung durch vermehrtes Trinken. In der Schwangerschaft wird jedoch mit Antibiotika behandelt, um eine aufsteigende Infektion zu verhindern.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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