Entzündung der kleinsten Bronchien (Bronchioli), die vorwiegend Säuglinge und Kleinkinder, aber auch alte Menschen betrifft.
Ursache: Eine Bronchiolitis wird meist durch bestimmte, auf die Atemwege spezialisierte Viren ausgelöst. Im Verlauf der Erkrankung können dann bakterielle Infektionen hinzutreten. Durch die entzündliche Schleimhautschwellung in den Bronchiolen werden diese ganz oder fast vollständig verschlossen.
Befund: Die viral bedingte akute Bronchiolitis beginnt wie ein gewöhnlicher Atemwegsinfekt mit Husten und meist nur geringem Fieber. Nach 1–3 Tagen verschlechtert sich der Zustand des Kranken dramatisch, es entwickeln sich ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und schwere Atemnot, die sich besonders bei Säuglingen in heftigen Bewegungen der Nasenflügel äußert. Die Ausatmung ist stark gestört, daher wird die Lunge zunehmend überbläht. Bei Abhorchen der Lunge sind feinblasige Rasselgeräusche zu hören. Die Diagnose wird anhand des Röntgenbildes gestellt.
Behandlung: Die Therapie besteht in der Gabe von Sauerstoff, ausreichend Flüssigkeit, bronchienerweiternden Medikamenten und evtl. Antibiotika und Kortikoiden. In schweren Fällen ist eine künstliche Beatmung erforderlich. Meist heilt die akute Bronchiolitis folgenlos ab. Nach einer im Säuglingsalter durchgemachten Bronchiolitis ist allerdings das Risiko erhöht, dass sich ein kindliches Bronchialasthma entwickelt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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