atypische Lokalisation des Mutterkuchens im unteren Teil der Gebärmutter. Man unterscheidet die vollständige Placenta praevia, bei der der innere Muttermund ganz überdeckt ist, die teilweise Placenta praevia, die den inneren Muttermund nur z. T. überdeckt, und die randständige Placenta praevia, die lediglich an den Rand des Muttermundes heranreicht. Davon wird die tief sitzende Plazenta abgegrenzt, die ebenfalls im unteren Teil der Gebärmutter sitzt, den inneren Muttermund jedoch nicht berührt.
Ursache: Zu einer Placenta praevia kommt es, wenn sich die befruchtete Eizelle im unteren Teil der Gebärmutter einnistet. Begünstigend sind eine frühere Schädigung der Gebärmutterschleimhaut (z. B. durch Entzündungen oder Ausschabungen) und schnell aufeinander folgende Schwangerschaften. Auch Mehrgebärende sind häufiger betroffen.
Befund: In den meisten Fällen wird die Placenta praevia bei einer Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung mit dem Ultraschall entdeckt. Typisch ist auch eine schmerzlose Blutung ohne Blasensprung im letzten Schwangerschaftsdrittel oder während der Geburt. In der Regel stammt das Blut aus dem mütterlichen Kreislauf. Die Blutung kann wegen der Verblutungsgefahr für die Mutter und wegen einer Unterversorgung mit Sauerstoff auch für das Kind lebensbedrohlich werden.
Behandlung: Ist das Kind noch unreif und die Blutung nur leicht, erhält die Schwangere wehenhemmende Medikamente und Mittel, die die Lungenreifung des Ungeborenen beschleunigen. Ist das Kind bereits geburtsreif und/oder besteht eine starke Blutung, muss so schnell wie möglich ein Kaierschnitt durchgeführt werden. Nur beim randständigen Sitz kann eine normale Geburt erwogen werden. Stellt der Arzt eine vollständige Placenta preavia fest, sollte die Betroffene wegen der Blutungsgefahr während der Schwangerschaft auf Geschlechtsverkehr verzichten.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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