trockene oder mit einem Erguss einhergehende Entzündung des Brustfells (Pleura).
Ursache: Eine Pleuritis entwickelt sich meist als Begleiterkrankung einer bestehenden Lungenerkrankung, z. B. bei Lungenentzündung, Tuberkulose, Lungenembolie, aber auch bei Erkrankungen benachbarter Organe oder durch einen (meist bösartigen) Tumor. Sie kann ebenfalls durch eine Virusinfektion oder im Rahmen einer Autoimmunkrankheit ausgelöst werden.
Befund: Eine Pleuritis beginnt meist als trockene Pleuritis (Pleuritis sicca) mit starken, atemabhängigen Brustschmerzen, ausgeprägter Schonhaltung und Verminderung der Atembewegungen auf der erkrankten Seite. Es besteht trockener Husten, beim Abhorchen sind atemabhängige knarrende, rasselnde Geräusche (Pleurareiben) hörbar. Oft geht die trockene Pleuritis in eine feuchte Pleuritis (Pleuritis exsudativa) mit Pleuraerguss über. Dann lässt der Schmerz nach, und es können, abhängig von der Größe des Ergusses, Atemnot und Druckgefühl in der Brust auftreten. Immer wird nach der Grunderkrankung gesucht, z. B. mittels Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Tuberkulintest und Blutuntersuchungen. Besteht ein Erguss, so wird dieser immer punktiert. Die Punktion dient der Diagnostik (Erregernachweis oder Nachweis von Tumorzellen) und bei größeren Ergüssen der Entlastung von Lunge und Herz.
Behandlung: Es ist immer eine Therapie der Grunderkrankung erforderlich. Bei der trockenen Pleuritis ermöglicht eine Schmerzmittelgabe dem Kranken durchzuatmen. Die Heilungsaussichten der Pleuritis hängen von der Grunderkrankung ab. Als Komplikation können Pleuraschwarten entstehen. Durch die Lagerung des Kranken auf der gesunden Seite wird die Belüftung und Ausdehnung der erkrankten Lungenabschnitte gefördert. Tiefes Durchatmen und spezielle Atemgymnastik können einer Lungenentzündung und Verschwartungen vorbeugen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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