Was ist Schilddrüsenkrebs?
Es gibt vier verschiedene Typen von Schilddrüsenkrebs. Die Unterscheidung ist durch eine feingewebliche Untersuchung (Histologie) möglich. Das papilläre Karzinom macht etwa die Hälfte aller bösartigen Schilddrüsentumore aus, gefolgt vom follikulären Karzinom. Das anaplastische Karzinom sowie das medulläre- beziehungsweise C-Zell-Karzinom treten sehr selten auf. Papilläre und medulläre Schilddrüsenkarzinome können in ein anaplastisches Karzinom übergehen.
Die Schilddrüse (Glandula thyroidea) produziert Hormone und spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Das schmetterlingsförmige Organ befindet sich unterhalb des Kehlkopfes am Hals, auf beiden Seiten der Luftröhre. Die Schilddrüse wiegt zwischen 18 und 30 Gramm und besteht aus zwei Schilddrüsenlappen, die über den sogenannten Schilddrüsen-Isthmus miteinander verbunden sind.
Das Gewebe des Organs besteht aus vielen kleinen Bläschen (Follikeln), welche die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) bilden. Dazwischen liegen die sogenannten C-Zellen, die das Hormon Kalzitonin produzieren. Papilläre, follikuläre und anaplastische Schilddrüsenkarzinome gehen vom Schilddrüsenhormon-bildenden Anteil der Drüse aus, das medulläre oder C-Zellkarzinom von den C-Zellen.
Die Ursachen von Schilddrüsenkrebs sind noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren. So kann eine Belastung mit Röntgenstrahlen oder radioaktiver Strahlung das Risiko erhöhen. Kalte Knoten oder ein langjähriger Kropf, die bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen auftreten, können ebenso Schilddrüsenkrebs begünstigen. Das seltene C-Zell-Karzinom ist bei etwa einem Viertel der Betroffenen erblich bedingt.
Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms können ein Druckgefühl im Halsbereich, Luftnot und Schluckbeschwerden sein.
An Schilddrüsenkrebs erkranken jedes Jahr etwa 5.000 Menschen in Deutschland. Frauen sind eher betroffen als Männer. Frühzeitig erkannt, ist die Prognose in den meisten Fällen gut.
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13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr
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